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Keine Zeltstadt für rund 450 Asylanten in Offenbach

Bürgerversammlung am Freitag, 4. September fällt aus.

Nachdem zunächst das Grundstück Im Eschig an der Mühlheimer Strasse für die Unterbringung der Flüchtlinge geeignet erschien, wurde gestern binnen eines Tages zurückgerudert. Zuvor hatte der Kampfmittelräumdienst nach einer ersten Absuche dort, großflächige Anomalien festgestellt. Die Darmstädter Regierungspräsidentin (RP) Brigitte Lindscheid entschied deshalb am Dienstag Abend, das Gelände nicht als Erstaufnahmelager zu nutzen. Auf der kurzfristig gemeinsam einberufenen Pressekonferenz, an der die mit der Organisation des Zeltlagers betrauten Vertreter des RP und Vertreter der Stadt Offenbach teilnahmen, wurde die für Freitag anberaumte Bürgerversammlung in Waldheim abgesagt.

 

Die Entscheidung der RP hat auch die Stadt überrascht. Damit hat Brigitte Lindscheid, eine nur Stunden vorher protokollierte Einschätzung ihrer Beamten widerrufen. Bereits an diesem Wochenende sollten die ersten Asylanten in die Zelte Im Eschig einziehen. Nun sollen doch im einstigen Sozialwohngebiet Im Eschig Bodenuntersuchungen stattfinden, da im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe der Alliierten auf dem Areal stattfanden; Flaggeschosse von Flagstellungen im Eschig-Umkreis standen und Sprengkörper mit tückischen Zeitzündern könnten auf dem Grundstück noch verborgen sein. Das kuriose an dieser Situation ist, das auf genau diesem Grundstück in den 50-er Jahren Häuser errichtet wurden, die zur Jahrtausendwende abgerissen und deren Bauschutt als „Auffüllmaterial“ für dieses Gelände genutzt wurden.

 

Die Stadt möchte den Flüchtlingen Lebensraum schaffen. Ein schon bei Zeltplanung besprochenes Ziel bleibt: Ab November sollen in Offenbach feste Unterkünfte zur Verfügung stehen. Nun beginnt die Suche nach dem geeigneten Objekt. Die Stadt ist keine Eigentümerin großer, für diesen Zweck, nutzbarer Gebäude und auf die Hilfe und die Bereitstellung von Gebäuden, auf die Firmen und Bürger angewiesen.

 

Spekuliert wurde bereits über die mögliche Nutzung des Buchhügel-Gebietes, das jedoch ebenso möglichen Kampfmittel ausgesetzt war und folglich auch nicht kurzfristig in Frage kam. Als Gebäude wären denkbar, dass alte Bettenhaus des Städtischen Klinikums oder das KWU-Siemens-Gebäude an der Berliner Strasse.

 

In Anbetracht des nahenden Winters wird es keine Zeltstadt geben.

 

Hilfsbereite Bürger können sich über die Rufnummer: 069-840004375 von montags bis freitags, von 7 bis 18 Uhr mit Hilfsangeboten und Fragen an die Stadt-Hotline wenden. Alternativ auch über E-Mail: fluechtlingshilfe@offenbach.de

(hlwa)

 


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